Ortung

Mit Ortungs-Systemen kann man genau feststellen, wo sich eine bestimmte Person oder Sache gerade aufhält. Ortungssysteme nutzen dazu als Technik entweder GPS – damit wird per Satellit eine genaue Positionsbestimmung erreicht. Oder es wird über das Mobilfunksystem geortet, hier werden die Daten der Sendemasten, bei denen das Handy gerade angemeldet ist, zur Positionsberechnung genutzt.

Privatkunden nutzen Ortungssysteme vor allem bei der Betreuung älterer Personen, die sich nicht mehr oder nur noch mit großer Mühe orientieren können oder bei kleinen Kindern, es gibt auch Ortungs-Dienste für Haustiere. Firmen und Unternehmen nutzen Ortungssysteme zum Diebstahlsschutz, beispielsweise im Bereich von Baumaschinen. In komplexeren Systemen wird Ortung für eine Vielzahl von anderen Diensten wie Navigation oder das Management von Fahrzeugflotten genutzt.

Die Ortungstechnik: Per Satellit und Mobilfunknetz

 

Bei der Ortung werden drei Techniken eingesetzt: Erstens die Ortung per Satellit, sie ist unter dem Stichwort GPS bekannt. Dann zweitens die Ortung per Mobilfunknetz und drittens eine Kombination aus beiden Techniken, die unter dem Kürzel A-GPS bekannt ist.

Bei der Ortung per Satellit wird der genaue Aufenthaltsort einer Person anhand der Funkverbindung zu mindestens drei Satelliten ermittelt. Dazu braucht man ein Gerät, das mit diesen Satelliten per Funk Kontakt aufnehmen kann. Bei der Ortung durch Mobilfunknetze, die sogenannte GSM-Ortung, wird die Position berechnet durch die Funkverbindung zu einem oder mehreren Sendemasten.

Die Ortung per Satellit hat den Vorteil, dass man damit heute die Position technisch gesehen bis auf Werte im Zentimeterbereich bestimmen kann. Sie liefert also sehr genaue Positionsangaben. Leider gibt es auch einige Nachteile: In städtischer Umgebung ist – je nach Bebauung – oft nur eine eingeschränkte Funkverbindung zu den Satelliten möglich. In geschlossenen Räumen gibt es keinen Funkkontakt zu den Satelliten, in Tunneln ebenfalls nicht. Ist ein GPS-Gerät ausgeschaltet, kann es beim Einschalten über zehn Minuten dauern, bis eine Positionsbestimmung möglich ist. Besonders in dünn besiedelten Gebieten mit wenig oder gar keinen Gebäuden ist GPS dagegen unschlagbar gut.

Die Ortung per Mobilfunkmast hat den Vorteil, dass sie dort funktioniert, wo man mit dem Handy telefonieren oder simsen kann – also praktisch überall. Leider hat sie einen Nachteil: Damit ist keine genaue Ortung möglich, derzeit geht man von einer Genauigkeit von bestenfalls 25 bis zu fünfzig Metern aus. Das System funktioniert da gut, wo es viele Mobilfunkmasten hat, etwa in städtischer Umgebung. Auf dem Lande, wo es nur wenige Mobilfunkmasten gibt, kann die Genauigkeit auch mehrere hundert Meter betragen oder im Bereich einiger Kilometer liegen.

Mit A-GPS können die Vorteile beider Systeme genutzt und die jeweiligen Nachteile ausgeglichen werden. A-GPS bezeichnet ein System, bei dem die Satellitenbestimmung durch zusätzliche weitere Daten verbessert wird. Diese zusätzlichen Daten kommen heute in der Regel aus Mobilfunknetzen.

Bei A-GPS wie es in Smartphones eingebaut ist, werden also die GSM-Ortung und die GPS-Ortung miteinander kombiniert. A-GPS ist durch die die Kombination beider Techniken unter allen Bedingungen einsetzbar und liefert die genauesten Ergebnisse.

Die Geräte: GPS-Empfänger, Handy oder Smartphones

Will man eine Person oder Sache orten, muss diese ein Gerät bei sich tragen, das die Ortung ermöglicht, dies kann auch nur ein einfacher Chip sein, der über Mobilfunktechnik und/oder GPS-Funktionen verfügt.

In der Regel sind solche Chips in Geräte eingebaut. Das können GPS-Empfänger sein, die mit einfachen Mobilfunkfunktionen wie GSM-Datenfunk und SMS erweitert wurden. Per GPS wird dann die Position bestimmt und dann per Mobilfunk einer bestimmten Person mitgeteilt. Ein solches Gerät ist beispielsweise der iDobber der in Goslar ansässigen Firma Bornemann AG. Ein Vorteil ist die Genauigkeit der Ortung, ein Nachteil sind die zusätzlichen Gerätekosten.

Zur Ortung per GSM reicht ein einfaches Handy aus; solche Ortungsdienste per GSM werden für Kinder und alte Menschen in Deutschland angeboten. Vorteil dieser Technik ist, dass sie ohne zusätzliche Geräte auskommt, Nachteil ist die nicht immer präzise Ortung.

Für die Ortung mit einer Kombination aus beiden Techniken, dem sogenannten A-GPS, gibt es heute vor allem eine Geräteklasse, die dies neben vielerlei anderen Techniken an Bord hat: die Smartphones.

Hier wird Ortung gebraucht: Personensuche und Diebstahlschutz

In den Smartphones wird die Ortung genutzt, um auf ihrer Basis eine ganze Reihe von Diensten anzubieten, die erst einmal eine genaue Ortsbestimmung des Nutzers verlangen, also beispielsweise Navigation per Auto oder zu Fuß, ortsbezogene Dienste wie die Suche nach dem nächstgelegenen Pizzabäcker oder die Wettervorhersage für den derzeitigen Standort oder die besten Nahverkehrsanbindungen.

Ortung als solche wird als Dienst in vielen Bereichen angeboten: Das klassische Beispiel ist das Finden von Senioren, die sich nicht mehr selbständig orientieren können oder das Auffinden von kleinen Kindern. Es gibt Angebote zum Auffinden von Haustieren, diese müssen dann freilich mit einem entsprechenden Chip oder einem Gerät (beispielswiese am Halsband) ausgestattet werden. Solche Dienste werden sowohl per GSM- als auch per GPS-Ortung angeboten.

Ortung kann auch im Sportbereich eingesetzt werden, beispielsweise bei Bergsteigern, Skifahrern oder beim Radfahren quer durchs Gelände. Auch bestimmte Risiko-Gruppen wie Wachdienste oder Waldarbeiter können durch einen Notruf samt schneller Ortung in gefährlichen Situationen von solchen Diensten profitieren. Für diese in diesen Bereichen kann man nur GPS-Ortung verwenden, da sie weitgehend in unbesiedelten Gebieten genutzt werden.

Eine eigene Funktion ist der Diebstahlschutz, in der Regel durch GPS-Ortung oder A-GPS-Ortung. Hier ist es auch möglich eine Sicherheitszone für ein Gerät zu definieren. Verlässt dann beispielsweise die Betonmisch-Maschine die Baustelle, wird automatisch Alarm geschlagen. Das gleiche Prinzip wird auch bei potenziellen Straftätern mit der sogenannten elektronischen Fußfessel verwirklicht.