Mobile Datendienste

Dank hoher Datenraten in 3G-Netzen und mittlerweile auch dank LTE ist es möglich, mobil auf eine große Bandbreite von Diensten zuzugreifen.

Die immer wichtiger werdende Rolle, die mobile Datendienste spielen, sieht man an der Tatsache, dass sie die traditionellen Angebote wie SMS oder MMS langsam verdrängen und in Sachen Umsatz überholen. Hinter dem recht allgemein klingenden Begriff Datendienst verstecken sich viele Bereiche, die teilweise aus dem alltäglichen Leben nur noch schwer wegzudenken sind.

Videotelefonie – kein Killer

Die Kosten für diesen Dienst jedoch sind recht hoch. Aus diesem Grund konnte sich die Videotelefonie bisher nicht wirklich durchsetzen, auch wenn sie zu Beginn des UMTS-Zeitalters noch als sogenannte „Killerapplikation“ gehandelt wurde, die dem schnellen UMTS-Netz Verbreitung und Erfolg bringen sollte.

Handy-TV

Eine weitere Killerapplikation sollte Fernsehen via Handy werden. Bereits zur letzten Fußball-EM 2008 sollte der Durchbruch kommen. Der blieb zwar aus, Handy-TV ist aber bei weitem nicht tot. Einerseits gibt es seitens der Provider selbst Angebote zur Live-Übertragung von Videostreams, indem diese in eigenen Multimedia-Portalen zur Verfügung gestellt werden.

Zum anderen kann man als Alternative zu UMTS auch viele Handys digitale Fernsehsignale empfangen und anzeigen lassen. DVB-H, ein eigens für Handys entwickelter Ableger vom digitalen, terrestrischen Standard DVB-T, ist zwar mittlerweile wieder eingestellt worden, doch der Nachfolger DVB-SH verspricht durch technische Verbesserungen in Empfang und Reichweite, dem Trend neuen Aufschwung geben zu können. Außerdem gibt es auch einige Handys mit DVB-T-Empfängermodul auf dem Markt.

Der Standort zählt

Einen großen Teil der mobilen Internetwelt von heute machen die Apps aus, also Anwendungen für das Handy, die man sich je nach Applikation kostenlos oder gegen einen Obolus herunterladen kann. Von der Navigationssoftware bis hin zu Wettervorhersage oder sozialen Netzwerken ist alles vertreten. Besonderer Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Technologie der LBS (Location Based Service) zu.

Dies bedeutet, dass Angebote speziell auf den Standort des Nutzers zugeschnitten werden. Da das Handy eindeutig einer Funkzelle zugewiesen werden kann, ist es möglich, den ungefähren Standort des Nutzers zu ermitteln und so ohne die manuelle Eingabe zum Beispiel einer Postleitzahl Informationen zu Weg, Umgebung oder Rettungsmöglichkeiten zu geben. Handys mit GPS (Global Positioning System) können sogar noch präziser geortet werden. Durch das LBS sind vielfältige Anwendungen möglich. So kann man Navigationssoftware auf den Aufenthaltsort des Nutzers abstimmen oder ihn über Freizeitangebote in der Nähe informieren. Sogar Werbung kann so je nach Umgebung des Handybesitzers passend geschaltet werden.