15.08.2013

Telefonieren und Surfen ist im Ausland jetzt billiger

Telefonieren und mobiles Surfen im Ausland war lange Zeit sehr teuer. Jetzt hat die Politik EU-weit die Netzanbieter zu erträglichen Preisen gezwungen. Dennoch lauern Kostenfallen und Sicherheitsrisiken - vor allem wenn es um die Internet-Nutzung geht.

Seit 1. Juli 2013 ist mobiles Telefonieren und Internet im Ausland wieder günstiger geworden. Die EU hat den Netzbetreibern in ihrer dritten Roamingverordnung Preisobergrenzen auferlegt, nachdem Versuche, auf freiwilliger Basis spürbare Preissenkungen zu erreichen, nicht geklappt hatten. Im Urlaub ab und an ein Handy-Telefonat zu führen, ist mittlerweile tatsächlich problemlos. Ruft man aus dem EU-Ausland jemanden an, dürfen die Mobilfunker maximal 29 Cent (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer) pro Minute verlangen. Für angenommene Anrufe werden maximal 8 Cent berechnet. Eine SMS darf bis zu 10 Cent kosten. Die reglementierten Preise gelten aber nur für die EU. In der Südsee oder der Karibik kann es weiterhin richtig teuer werden. Aber auch die Türkei oder die Schweiz gehören nicht zur EU. Hier haben Netzanbieter weiter alle Freiheiten bei der Preisgestaltung, es gibt keine Kostendeckelung.

Prepaid-SIM-Karte im Ausland kaufen

Häufig ist es günstiger, im Urlaubsland eine Prepaid-SIM-Karte zu kaufen. Einziger Nachteil: Sie sind dann nicht unter Ihrer eigenen Telefonnummer zu erreichen - es sei denn, Sie haben ein Handy mit zwei SIM-Karten-Steckplätzen. (Weitere Informationen auf dualsimsmartphones.de)

Mobiles Surfen wird auch gedeckelt

Auch beim mobilen Internet hat die EU die Preise gedeckelt Und zwar auf 54 Cent (inklusive Mehrwertsteuer) pro Megabyte (MB) übertragener Daten. Wie bei Handy-Telefonaten und SMS gelten auch beim mobilen Surfen außerhalb der EU keine Preisobergrenzen. Vorsicht ist auch bei der Benutzung von Apps geboten: Viele der kleinen Programme, zum Beispiel standortbezogene Apps oder Podcast-Reader, stellen eigenständig eine Internetverbindung her, um ihre Daten zu aktualisieren. Das sollte man in den Einstellungen der App unterbinden. Sie können dazu auch in ihrem Smartphone die Datenverbindung grundsätzlich deaktivieren und nur dann einschalten, wenn Sie sie tatsächlich brauchen.

Prepaid-Urlaubs-SIM für Internetnutzung

Oft lohnt es sich, für mobiles Internet eine Simcard im Urlaubsland anzuschaffen. Häufig sind die Tarife im Ausland günstiger als in Deutschland, vor allem im Vergleich zur Nutzung einer deutschen SIM-Karte im Ausland. Hat man einen Laptop oder einen Tablet-PC zusätzlich zum Telefon dabei, kann man das mobile Datengerät mit der Urlaubs-SIM zum Surfen nutzen und bleibt auf dem Handy unter gewohnter Nummer erreichbar. Setzt man die Simcard in ein UMTS-WIFI-Modem (siehe auch Informationen auf umtsrouter.de) ein können auch mehrere Personen darüber per WIFI aufs Internet zugreifen.

Viele Hotels bieten für ihre Gäste mittlerweile kostenlosen WIFI-Zugang zum Internet an, den man problemlos mit 3G-/4G-Smartphone, Tablet oder Notebook nutzen kann. Dies empfiehlt sich vor allem bei der Nutzung datenintensiver Dienste wie Downloads oder von Kartendiensten. Doch Vorsicht: Tätigen Sie niemals Onlineüberweisungen oder Kreditkartenzahlungen und vermeiden Sie wenn möglich auch die Eingabe von Passwörtern. Denn zum Beispiel mit sogenannter Sniffer-Software können Kriminelle Ihren Datenverkehr an solchen öffentlichen Hotspots relativ einfach mitschneiden und mit erbeuteten Zugangsdaten Schindluder treiben. Auch Ihre E-Mails rufen Sie also, wenn es denn im Urlaub sein muss, am besten über die mobile Netzverbindung Ihres 3G-/4G-Smartphones oder Tabet-PCs ab, denn die ist besser vor Hackerangriffen geschützt als jedes öffentliche WIFI. Ob Sie auch einen 5 MB großen Video-Anhang - für 2,70 Euro! - mit downloaden, können Sie dann selbst entscheiden.

Tipp: Auf das Datenvolumen achten

Viele 3G-/4G-Smartphones bieten die Möglichkeit, die Menge übertragener Daten ab einem frei zu wählenden Zeitpunkt - zum Beispiel dem Urlaubsbeginn - zu überwachen. Meist finden Sie die entsprechende Option in den Einstellungen. Fragen Sie zur Not beim Hersteller nach.

Autor: SN