Surfsticks – kleine Funkmodems

Ein Surfstick ist ein Funkmodem in Form eines USB-Sticks. Mithilfe einer Sim-Karte kann ein Surfstick Verbindung zum mobilen Internet aufnehmen und etwa ein Notebook online bringen.

Das steckt in einem Surfstick

Surfsticks haben ein reiches Innenleben: Ein Prozessor sorgt für die Rechenpower, die für den Internetzugang notwendig ist. Eine Antenne ist auch immer integriert, um überhaupt Signale empfangen zu können. Auf einem integrierten Speicher sind Treiber und Verbindungssoftware abgelegt, doch dazu später mehr. Daten speichern kann man auf einem Surfstick an sich nicht, aber viele Modelle werden mit einem integrierten Micro-SD-Kartenslot ausgeliefert. Damit ist es möglich, auf dem Surfstick je nach Ausstattung bis zu 32 Gigabyte Daten zu speichern. Ein Anschluss für eine externe Antenne zur Verbesserung des Empfangs ist nicht bei allen Surfsticks vorhanden.

Das Kernstück eines Surfsticks ist aber die Sim-Karte, die man in den entsprechenden Anschluss einsteckt. Sie bekommt man beim Tarifabschluss geliefert. Auf ihr sind Daten zur Identität des Nutzers und zu seinem Tarif abgelegt. Damit ist er eindeutig identifizierbar und Kosten können abgerechnet werden.

Die Frequenz muss stimmen

Surfsticks senden und empfangen Signale über ein Mobilfunknetz. Dies kann ein GSM-Netz der zweiten Generation sein, ein UMTS-Netz der dritten Generation oder auch ein LTE-Netz. Dies sind die bei uns gängigen Netzarten. Es gibt in anderen Ländern auch andere Techniken wie CDMA2000 oder Wimax. Bestellt man einen Surfstick im Ausland, sollte man also darauf achten, dass Netze unterstützt werden, die bei uns aufgebaut sind.

Doch nicht nur die Netzart ist entscheidend, funkt der Surfstick nicht auf der richtigen Frequenz, kommt keine Verbindung zustande, denn Stick und Sendemasten treffen einander dann einfach nicht. In GSM-Netzen sind heutzutage die meisten Sticks fähig, auf allen vier gängigen Frequenzen um 850, 900, 1800 und 1900 Megahertz (Megahertz) zu senden und zu empfangen.

In UMTS-Netzen unterstützen nur die wenigsten Sticks alle gängigen Frequenzen. Am häufigsten sind Sticks, die mindestens die Frequenz um 2100 MHz verwenden und damit in Deutschland und im europäischen Ausland genutzt werden können. Seit 2012 ist in Deutschland auch die Nutzung der Frequenzen um 900 MHz für UMTS erlaubt, viele Surfsticks können hier UMTS-Signale empfangen und senden. Weitere Frequenzen sind das Band um 850 MHz und um 1900 MHz. Je mehr Frequenzen ein Stick unterstützt, desto flexibler ist er auch im internationalen Einsatz.

LTE-fähige Sticks unterstützen meist die drei Frequenzbänder um 800, 1800 und 2600 MHz. In Deutschland wird das Frequenzband um 800 MHz für LTE-Datenfunk auf dem Land genutzt, denn dort bringen die hohe Reichweite und gute Gebäudedurchdringung dieser Funkwellen die beste Flächenabdeckung. Die Frequenzen um 1800 und 2600 MHz werden in Städten verwendet, wo nach und nach ebenfalls LTE-Netze errichtet werden. Ein LTE-Stick sollte also alle drei Frequenzen beherrschen, um nicht nur auf dem Land oder in der Stadt einsetzbar zu sein.

Plug & Play

Die Installation eines Surfsticks ist recht einfach: Heutzutage funktionieren alle Surfsticks nach dem Prinzip „Plug & Play“, zu Deutsch: einstöpseln und loslegen. Sobald man den Surfstick einsteckt, startet das auf dem Stick gespeicherte Installationsprogramm automatisch. Der Nutzer wird dann durch einen Installationsassistenten angeleitet, um nicht nur die Treiber für den Stick, sondern auch einen Verbindungsmanager auf dem Rechner zu installieren.

Der Verbindungsmanager, der nach der Eingabe der PIN zugänglich ist, bietet die Möglichkeit, nicht nur eine Verbindung herzustellen, sondern auch einen Überblick über das verbrauchte Volumen zu behalten und diverse andere Statistiken zu bekommen, wie zum Beispiel eine Geschwindigkeitsanzeige. In vielen Verbindungsmanagern ist auch ein SMS-Client eingebaut, denn über einen Surfstick können oft SMS verschickt und empfangen werden. Im Verbindungsmanager können auch Einstellungen wie der APN (Access Point Name) vorgenommen werden.

Die meisten Sticks sind ohne Sim- oder Net-Lock

Der APN ist sozusagen die Adresse, die ein Stick anwählt, der Zugangspunkt, über den man ins Internet geht. Dieser Zugangspunkt unterscheidet sich je nach Anbieter. Kauft man einen Stick im freien Handel, ist kein APN eingestellt, bekommt man ihn von einem Anbieter, ist dessen APN voreingestellt. Diese Einstellungen muss man auch ändern, wenn man den Stick mit der Sim-Karte eines anderen Anbieters verwendet.

Dies ist aber nur dann möglich, wenn der Stick nicht über entsprechende Sperren verfügt – Sim-Lock und Net-Lock. Ein Stick mit Sim-Lock ist auf die mitgelieferte Sim-Karte festgelegt und kann mit keiner anderen verwendet werden. Ist die mitgelieferte Karte beschädigt, muss man eine neue bestellen, die über die gleichen Identitätsmerkmale verfügt. Ist ein Stick per Net-Lock geschützt, kann man zwar andere Sim-Karten verwenden, aber nur solche, die im Netz des Anbieters unterwegs sind.

Heutzutage sind viele Sticks ohne jede Sperre, doch gerade die Prepaid-Angebote der Netzbetreiber sind zum Teil noch mit einem Sim-Lock versehen, da der Anbieter nicht die Sicherheit eines Laufzeitvertrags im Rücken hat. Ist ein Stick gesperrt, kann man ihn meist nach 24 Monaten kostenlos entsperren lassen oder gegen eine Gebühr schon vorher.

Beim Surfstick-Kauf muss man nicht viel Geld ausgeben

Wenn Sie sich auf die Suche nach einem Surfstick machen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder Sie kaufen den Stick im freien Handel, dann ist er definitiv ohne Sim-Lock, aber meist etwas teurer. Bei Mobilfunk-Anbietern gibt es nämlich oftmals Surfsticks zu einem symbolischen Preis oder gratis zu einem Tarif hinzu.

Beim Kauf im Ausland sollten Sie darauf achten, dass die in Deutschland gebräuchlichen Frequenzen unterstützt werden. Hinweise auf Sim- oder Net-Lock sind nur selten auf den ersten Blick sichtbar. Fragen Sie auf jeden Fall bei Ihrem Anbieter nach, um hier eine eindeutige Information zu bekommen.