Heutige Handys verfügen über UMTS

UMTS-Handys sind Mobiltelefone, die in Netzen der dritten Mobilfunkgeneration eingesetzt werden können.

UMTS steht dabei für "Universal Mobile Telecommunications System" und bedeutet "Universelles Mobiles Telekommunikationssystem". UMTS-Handys unterstützen neben einfacher Telefonie als Kamera-Handies noch die Videotelefonie. Weitere Funktionen sind Multimedia-Nachrichten, E-Mail und die Echtzeitübertragung komprimierter Video- und Audiodateien über das Internet, das sogenannte Streaming. UMTS-Handies können zusätzlich  MP3-Player für das Abspielen von Musikstücken und/oder Navigationssysteme haben. Die Grenzen zwischen UMTS-Handys und UMTS-fähigen Smartphones sind derzeit nicht klar definiert, da keine industriellen Standards verbindlich festgelegt  sind.

Die Technik

Weil in UMTS-Netzen vergleichsweise große Datenmengen schnell übertragen werden können, sind UMTS-Handys für Funktionen ausgelegt, bei denen dies erforderlich ist – also das Surfen im Internet, das Senden und Empfangen von Multimedia-Nachrichten, Videotelefonie sowie das Senden und Empfangen von Audio- oder Videodateien. UMTS-Handys haben daher meist Videokameras und einen vergleichsweise großen Farbbildschirm. Sie beherrschen außerdem die Datenübertragungstechnologien HSDPA und HSUPA. Handelsübliche Geräte schaffen derzeit beim Empfangen von Daten mit HSDPA bis 10 Megabit pro Sekunde. Allerdings sind in deutschen Netzen derzeit mit HSDPA maximal 7,2 Megabit pro Sekunde beim Empfang  möglich. Wo kein UMTS-Netz verfügbar ist können UMTS-Handys mit der Datenübertragungstechnologie EDGE in GSM-Netzen der zweiten Mobilfunkgeneration Daten senden und empfangen.

UMTS-Handys zeichnen sich durch eine sehr kompakte Bauweise  aus. Die Auflösung der LCD-Displays beginnt in der Regel bei 176 x 144 Pixel (das technische Kürzel für dieses Format ist QCIF). Derzeit im Handel befindliche UMTS-Handys kommen schon auf das Format 240 x 320 Pixel bei 2,2 Zoll Diagonale. Die eingebauten Kameras haben keine herkömmlichen optischen Linsen sondern sogenannte Flüssigkeitslinsen. Hier erfolgt die Scharfeinstellung durch das Verformen der einzelnen Flüssigkeitstropfen.

Die kurze Geschichte des UMTS-Handys

In Österreich, Italien und Großbritannien wurden schon im Jahr 2003 die ersten UMTS-Handys verkauft. In Deutschland begann das Zeitalter der UMTS-Handys am 19. Januar 2004, als Nokia mit dem Modell 7600 den Verkauf des ersten UMTS-Handys begann, es kostete 760 Euro ohne Vertrag. Das Gerät war mit heutigen UMTS-Handys kaum zu vergleichen, es fehlten die heute für dieses Format typischen Funktionen: Mit dem Nokia 7600 gab es keine Videotelefonie und kein richtiges Internetsurfen - trotz integriertem Browser. Auch das Telefonieren selbst war anfangs nicht die reine Freude, beim mobilen Betrieb beispielsweise im Auto kam es  oft zu Gesprächsabbrüchen. Gelobt wurde es vor allem als Modem für größere Rechner: Wenn man es mit einem Kabel anschloss, konnte man damals sagenhafte 384 Kilobit pro Sekunde beim Herunterladen erreichen.

Als erste Mobilfunkbetreiber boten Vodafone und T-Mobile ab Mai 2004 ihre UMTS-Handys an – T-Mobile verkaufte das schon erwähnte Nokia 7600, Vodafone das Samsung SGH-Z105.

Tipps für den Kauf

Wer einfach nur telefonieren und Kurznachrichten verschicken will, braucht kein UMTS-Handy. Wer allerdings sein Mobiltelefon als Multimedia-Maschinchen einsetzen will, für den ist das UMTS-Handy das richtige. Vor dem Kauf sollte man sich fragen, in welcher Region und mit welchem Mobilfunkbetreiber man das UMTS-Handy nutzen will und sich die UMTS-Netzabdeckung einschließlich der Datenbeschleuniger HSDPA und HSUPA auf den Webseiten der Mobilfunkbetreiber genau ansehen. In Ballungsregionen ist der Einsatz solcher Handys meistens kein Problem. Doch wer vor allem auf dem flachen Lande weit draußen lebt und arbeitet, wird vor dem Kauf eines UMTS-Mobiltelefons genau hinschauen müssen.

Wenn am entsprechenden Einsatzort genügend Datenübertragungs-Geschwindigkeit per Mobilfunk zur Verfügung steht, lohnt es sich beim Kauf darauf zu achten, wie schnell das Gerät selbst mit den entsprechenden Technologien senden und empfangen kann, um die maximale Geschwindigkeit des jeweiligen Netzes auszunutzen

Wer ein UMTS-Handy kauft sollte darüber hinaus ein paar Grundsatzentscheidungen treffen: Wie groß muss der Bildschirm mindestens sein, um beispielsweise damit im Internet zu surfen? Muss es ein berührungsempfindliches Display sein oder kommt man mit einem Bildschirm aus, der eine Nummer kleiner ist? Es lohnt sich auch, einen Blick auf die Rechenkapazität des eingebauten Chips zu werfen, und gegebenenfalls einen Fachmann zu fragen, ob diese für ein flottes Arbeiten  mit den vorgesehenen Funktionen ausreicht.